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Die Meisterhäuser Dessau (Startseite)

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Das als Wohnhaus für Walter und Ise Gropius konzipierte Gebäude war auch für die Öffentlichkeit bestimmt, und es diente in Führungen sowie in einem Film als Ausstellungsobjekt zur Popularisierung der Ideen des Neuen Bauens. Das Leben des Ehepaars Gropius kreiste ganz um das Bauhaus. Ise Gropius füllte die Rolle als Gastgeberin, Sekretärin und „Promoterin“ voll aus. Gropius' Biograph Isaacs schrieb dazu: „Ise Gropius suchte ihren Mann zu entlasten, soweit sie es vermochte…“. 1928 verließ Walter Gropius das Bauhaus.
Der 1927 als Leiter der neu gegründeten Architekturlehre an das Bauhaus gekommene Schweizer Architekt Hannes Meyer (1889-1954) wurde Bauhausdirektor. Er hatte zuvor im Haus Schlemmer gewohnt, bevor er in das Haus seines Vorgängers zog. 1930 wurde er von der Stadt entlassen und ging nach Moskau, wo er als Professor für Architektur an der dortigen Hochschule für Architektur tätig war. Verließ 1936 die Sowjetunion und erhielt einen Ruf nach Mexiko City, wo er Direktor des Instituts für Stadtbau und Planung am Nationalen Polytechnikum wurde. Kehrte 1949 in die Schweiz zurück. Er errichtete als Erweiterung der Siedlung Dessau-Törten die Laubenganghäuser, die zwischen 1930 und 1932 realisiert wurden, und er war Herausgeber der Zeitschrift bauhaus. 1928-30 Bundesschule des ADGB in Bernau bei Berlin.
Nach ihm bezog der dritte Bauhausdirektor, der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969), das Einzelhaus und gestaltete es nach seinen Ideen um. Mies van der Rohe pflegte einen gegenüber seinen Vorgängern geradezu aristokratisch anmutenden Lebensstil. So ist überliefert, dass er nicht nur eine Haushälterin, sondern auch einen Diener hatte. Nach Schließung des Bauhauses in Dessau 1932 überführte er die Einrichtung nach Berlin, wo es 1933 sich selbst auflöste. Bis 1938 lebte Mies van der Rohe als freier Architekt in Berlin und emigrierte nach Chicago/USA. Dort wurde er Professor und Direktor der Architekturabteilung am Illinois Institute of Technology. Daneben betrieb er ein Architekturbüro. Zu seinen bedeutendsten Bauten zählen u. a. der Deutsche Pavillon auf der Welt-Ausstellung in Barcelona (1928/29), das Seagram-Building in New York (zusammen mit Philipp Jones, 1955/56), das Verwaltungsgebäude der Friedrich Krupp AG in Essen (1959-63), die Neue Nationalgalerie in Berlin(-West, 1962-68).
Für die Zeit ab 1932, als Lilly Reich (1885-1947) Leiterin der Ausbauabteilung am Bauhaus Dessau war, ist anzunehmen, dass sie mit im Direktorenhaus wohnte. Sie arbeitete ab 1926 über zehn Jahre eng mit Ludwig Mies van der Rohe zusammen. Der Deutsche Werkbund nahm sie als erste Frau in seinen Vorstand auf. Nach dem Krieg arbeitete sie bis zu ihrem Tod 1947 an der Hochschule für bildende Künste Berlin.


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